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Bundesnetzwerk Europaschule
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186

 

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Jugendkongress: Europa im Kleinen

Bei einem Kongress in Bornheim entwickeln Jugendliche Gestaltungsideen für ihre Schule

Sie haben ihre eigenen Ideen dazu, wie eine Europaschule aussehen soll, und die tauschten 180 Neunt- und Zehntklässler aus 32 Europaschulen in NRW gestern in der Bornheimer Europaschule bei einem Kongress aus. Viel Zeit hatten sie dafür freilich nicht, denn nach der Anreise unter anderem aus Paderborn, Ahaus und Krefeld standen zunächst viele Regularien an: Begrüßung, Aufteilung in zehn Gruppen, die nach europäischen Ländern benannt wurden.
Zunächst steckte jede Gruppe den Bereich ab, den sie sich vornehmen wollte. Das konnte eine Mensa ebenso sein, wie Austausche oder europäischen Projekte an der Schule. Schließlich sollten sie die Ideen auch als Sketch, Rollenspiel oder in Form einer Rede unterhaltsam präsentieren.
Wöchentlich wechselnde Gerichte aus allen Teilen Europas schlug zum Beispiel die „Gruppe Griechenland" bei der abschließenden Präsentation vor, nachdem sie sich Gedanken zu Schulverpflegung und Mensa gemacht hatte. „Und gerade als Gruppe Griechenland müssen wir uns auch mit der Finanzierung beschäftigen", sagte der Sprecher der Gruppe: Auch die Finanzierung sollte europäisch sein. Die „Spanien-Gruppe" beschäftigte sich mit Sprachen und zeigte einen Sketch, in dem sich eine Französin und eine Deutsche nicht verstanden. Aber an einer Europaschule sollte man sich verständigen können, so ihre Forderung. Die Präsentation wurde von der Radio-Moderatorin Anja Backhaus moderiert und durch den Rapper Gandhi Chahine musikalisch aufgelockert.
„Wir haben uns damit beschäftigt, wie man moderne Medien zum Austausch zwischen den Europaschulen nutzen kann", erklärte Nils von der Europaschule in Niederkassel-Mondorf, der in der „Gruppe Frankreich" mitarbeitete. Über das Internet könne man die Schulen vernetzen und Kontakte knüpfen. Er war begeistert vom Jugendkongress: Dabei habe er viele Europaschüler kennengelernt.
Weniger begeistert war Katharina aus Bochum. In ihrer Gruppe ging es um die äußere Gestaltung der Schule, und sie arbeitete in einer Untergruppe mit, die ein Schularmband für Europaschulen entwarf. „Uns wurde gesagt, wir sprechen hier über die Zukunft Europas", berichtete sie. Ein „Europäisches Armband": Das war ihr dann doch enttäuschend wenig.

 

Europaschulen

In Nordrhein-Westfalen gibt es 166 Europaschulen, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, den europäischen Gedanken zu stärken - durch Vermittlung der Geschichte, der europäischen Integration und des Verständnisses für die Bedeutung Europas im Alltag. Europaschulen verfügen über ein erweitertes Sprachenangebot, bilingualen Unterricht, internationale Projekte und Partnerschaften.

(Bonner Generalanzeiger vom 01.06.2012 von Roland Kohls)

 

Viel mutiger als wir Politiker

ZUKUNFTSWERKSTATT Europaschüler aus ganz Nordrhein-Westfalen trafen sich in Bornheim

 

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Wir schreiben das Jahr 2015. Die Europaschulen in Nordrhein-Westfalen haben sich gewaltig verändert. Aber wie? 180 Schüler aus 32 Europaschulen in NRW planten in einer Zukunftswerkstatt eine Schule nach ihren eigenen Wünschen. Herausgekommen ist eine kreative Vision, in der Schüler international lernen, sich austauschen und in ganz Europa leben. Europaschulen gibt es im RheinErft-Kreis in Brühl, Hürth, Pulheim, Kerpen und Bergheim.
In Gruppen und nach Themen aufgeteilt erarbeiteten die Schüler der neunten und zehnten Klassen kleine Präsentationen, die ihre Träume in Sketchen, Theaterszenen oder Diskussionsrunden festhielten.
Eine moderne Europaschule bedeutete für die Teilnehmer des Jugendkongresses zum Beispiel Fremdsprachenvielfalt. In ihren Träumen werden die Schulfächer bilingual unterrichtet, es gibt die Möglichkeit, international anerkannte Sprachzertifikate zu erwerben, ein bilinguales Abitur zu machen, und Schnupperkurse für neue Sprachen, die alle drei Monate wechseln. In einer kleinen Theaterszene hatte ein Mädchen, das keine Europaschule besucht hatte, Probleme, das Französisch sprechende Mädchen von der Europaschule zu verstehen. So machten die Schüler deutlich, wie wichtig ihnen Sprachkompetenz ist.
Die Gruppe „Schulverpflegung" wünschte sich europäische Küche im Hauswirtschaftsunterricht. Außerdem solle es in der Mensa einmal pro Woche ein Menü aus einem anderen Land geben.

Digitale Vernetzung

Fördergelder von Firmen und Spendenaktionen sollen die Preise in der Kantine niedrig halten. In der gespielten Diskussionsrunde „Eurotalk" sprachen die Schüler über die digitale Vernetzung aller Schüler wie bei Facebook hat jeder Schüler ein eigenes Profil, und so können alle sich auf einer Internetseite austauschen", so die Vision der jungen Leute.
Die Gruppe „Berufsorientierung" wünschte sich, dass die Schüler an ihrer Europaschule mit entsprechendem Fachvokabular auf ein Praktikum im europäischen Ausland vorbereitet werden, ein zweiwöchiges Schnupperstudium dort absolvieren dürfen und am Studien- oder Praktikumsort die Wohnung von der Europäischen Union bezahlt bekommen. Aber die europäisch orientierten Schüler fokussierten ihre Wünsche nicht nur auf den Aufenthalt im Ausland, sondern malten sich auch ihre eigene Schule aus. So sollte auf der Frontfassade der Schule eine große Europakarte hängen, alle Europaschüler sollten gleiche Armbänder als Erkennungszeichen tragen und der Schulhof nicht nur mit Nachbauten europäischer Sehenswürdigkeiten ausgestattet sein, sondern in den Beeten die Farben der Blumen europäische Flaggen nachahmen. „Die Schüler sind in ihren Vorstellungen viel mutiger als wir Politiker. Wir wollen den Bildungsetat erhöhen, damit wenigstens ein Teil der Träume in Erfüllung geht", sagte Dr. Stephan Koppelberg von der regionalen Vertretung der Europäischen Kommission in Bonn.


(Kölner Stadtanzeiger vom 01.06.2012 von KATHARINA BLASS)