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Europaschulen in Hessen

20 Jahre Hessische Europaschulen
Der Festakt im Hessischen Landtag am 14.05.2012

„Schulen fit für Europa“ – in Hessen gilt dies nun seit 20 Jahren. Anlässlich des erfreulichen Jubiläums feierte das Schulförderprogramm „Hessische Europaschulen“ am 14.05.2012 einem Festakt im Hessischen Landtag. Unter den 200 Gästen befanden sich Europaabgeordnete, Landtagsabgeordnete, Vertreterinnen und Vertreter von Stiftungen, aus der Wissenschaft und aus den Kultusministerien anderer Bundesländer. Nicht zu vergessen sind hier allerdings die Jubilare, die Schulen, von denen sich zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus den Schulleitungen, der Europaschulkoordination, der Schüler- und Elternschaft und nicht zuletzt auch aus dem Kreis der Ehemaligen, die das Programm wesentlich mitgestaltet haben, einfanden.

Herr Kartmann, Landtagspräsident und somit Hausherr, begrüßte die Anwesenden im sonnendurchfluteten Plenum des Hessischen Landtags und unterstrich positiv, dass die Schülerinnen und Schüler an dem Ort der hessischen Demokratie einen solchen Tag mitgestalten, aber auch dass die Hessischen Europaschulen durch ihr Engagement Europa für die Kinder und Jugendlichen erlebbar machen. Frau Kultusministerin Henzler schloss sich diesen Worten an und eröffnete den Festakt. Sie appellierte an die junge Generation, Europa weiter zu gestalten und würdigte ausdrücklich die Grundlage, die die Hessischen Europaschulen für dieses Engagement legen. Damit steigern sie auch die Vielfalt der hessischen Schullandschaft und geben anderen Schulen durch gezielte Veröffentlichung von Ergebnissen Anregungen für die eigene Arbeit. Frau Ministerin Henzler warf einen Blick auf die Anfänge des Programms, hob die Schulen hervor, die von Beginn an Mitglied sind und verdeutlichte die inhaltlichen Leistungen des Schulentwicklungsprogramms, das viele wesentliche Neuerungen in der Bildungslandschaft vorweggenommen hat. Beispielhaft dafür sind die Kompetenzorientierung, das Schulprogramm und die Projektarbeit zu nennen. Ein besonderer Höhepunkt ihrer Rede war die Ankündigung, dass die Erfolgsgeschichte der Hessischen Europaschulen nun mit einer Erweiterung der Mitglieder fortgeschrieben wird: Zwei neue Schulen werden ab sofort im Programm mitarbeiten.

Frau Beer, Staatssekretärin für Europaangelegenheiten, richtete im Anschluss das Wort an die Anwesenden. Sie würdigte die konkreten Leistungen der Europaschulen und stellte die Bedeutung des EU-Projekttages als Ausdruck des gelebten und erlebten Europas dar. Bei einem Rundgang durch die Ausstellung, in der die Schulen im Landtag ihre Arbeit präsentierten, stand sie den Vertreterinnen und Vertretern als Ansprechpartnerin zur Verfügung und kam mit vielen ins Gespräch. Der dritte Veranstalter des Festaktes, die Regionalvertretung der Europäischen Kommission in Bonn, wurde durch ihren Leiter, Herrn Dr. Koppelberg, repräsentiert. Er richtete ebenfalls das Wort an die Gäste im Plenum und auf der Besuchertribüne und sprach darüber, wie die Nähe zwischen Europa und den Europäerinnen und Europäern vertieft werden könne und wie wichtig ein solcher Diskurs für unsere Gesellschaft ist – fernab von der Kultur der häufig oberflächlichen „like it“s der Internetportale.

Das neue Jahresthema der Hessischen Europaschulen, das sich mit den Jugendprotesten in und um Europa sowie mit den Perspektiven der jungen Generation beschäftigt, sollte in dem Festakt Niederschlag finden und so eine Brücke zwischen der Tradition des Programms und der Aktualität schlagen. Dazu wurde der Hauptredner des Tages eingeladen, der in ähnlicher Weise eine Brücke zwischen den Jugendaufständen der späten 60er bzw. frühen 70er Jahre und den Perspektiven des heutigen Europas schlägt: Daniel Cohn-Bendit. In einer lebhaften und facettenreichen Ansprache hob er die Bedeutung der EU in der Welt und für die Mitgliedsstaaten hervor. Er plädierte für eine Solidargemeinschaft Europa.

In der Aussprache, der sich Daniel Cohn-Bendit im Anschluss stellte, erklärte er auf Rückfrage zu den aktuellen Jugendaufständen, dass er den jungen Europäerinnen und Europäern nicht vorgreifen werde: Mit Blick auch auf die Hessischen Europaschulen betonte er, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen selbst seien es, die die Zukunft Europas gestalten. Allerdings machte er auch unmissverständlich deutlich, dass die Völker Europas nur dann eine Chance haben auch weiter eine wichtige Rolle in der Welt zu spielen und die Zukunft ihrer Menschen zu sichern, wenn sie sich zu einem Staatenbund  zusammenschließen und eine echte europäische Gemeinschaft aufbauen.

Zum Abschluss der angekündigten Beiträge kamen zwei Redner zu Wort, die die Hessischen Europaschulen aus eigener Erfahrung kennen und entsprechend beleuchteten. Laurien Wüst, frisch gewählter Landesschulsprecher und Europaschüler des Goethe-Gymnasiums Bensheim, unterstrich, wie wertvoll einige Erfahrungen im interkulturellen Bereich für die Persönlichkeitsentwicklung einer- und die Wahrnehmung Europas andererseits seien. Herr Geisler, ehemaliger Schulleiter der Alexander-von-Humboldt-Schule in Viernheim, stellte eindringlich die Bedeutung und die nicht zu ersetzende Effektivität der Netzwerkarbeit für den pädagogischen Alltag und die Schulentwicklung dar. Um demjenigen, der nicht nur als Initiator, sondern auch stets verlässlicher Partner der Hessischen Europaschulen fungierte, den gebührenden Dank auszusprechen übergab er das Wort an Frau Lakotta-Just, die Vorsitzende des Bundesnetzwerkes Europaschulen. Sie fand die richtigen Worte, um Wolf Schwarz für seine visionäre Kraft, seine Zuverlässigkeit, die Offenheit und besonders seine Fähigkeit zu danken, Arbeitszusammenhänge gleichermaßen effektiv und angenehm zu gestalten.

Einen beeindruckenden Abschluss fand der offizielle Teil des Festaktes in der Präsentation der Ergebnisse des Workshops für Grundschülerinnen und Grundschüler, der zwi-schenzeitlich stattgefunden hatte. Jedes Kind wünschte den Europaschulen zu ihrem Jubiläum „Herzlichen Glückwunsch“ in einer der Amtssprachen der europäischen Union und überreichte eine selbstgebastelte Blume, die eine kleine Fahne des Landes trug, dessen Sprache die Schülerin oder der Schüler während des Workshops kennengelernt hatte. So entstand ein fast 2m hoher und bunter Geburtstagsstrauß. Der herzliche und andauernde Applaus, den die Kinder erhielten, sprach für sich. Gleichermaßen gewürdigt wurden die exzellenten musikalischen Beiträge von Schülerinnen und Schülern der Europaschulen, die die Anwesenden zwischen den Redebeiträgen begeisterten: der Chor der Blücherschule Wiesbaden, die Europa-Songgruppe der Oswald-von-Nell-Breuning-Schule Rödermark, die Trommel-AG der Blücherschule Wiesbaden und die Jazz-Potatoes der Kopernikusschule Freigericht.

Im Anschluss waren alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Gesprächen bei einem Buffet mit Umtrunk eingeladen. In sehr freundlicher Atmosphäre wurde dabei über Anekdoten aus der Anfangszeit genauso gesprochen wie über neue Projektideen und andere Pläne für die Zukunft des Programms. Wie stets mit viel Enthusiasmus für die Interkulturelle Bildung und all die anderen Bestandteile des Programms verabschiedeten sich die Gäste, sowie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer – allerdings nicht ohne den Gedanken dessen, welche weiteren Fortschritte das Programm zu Feier des 25-jährigen Jubiläums feiern werde.

Für das Programm-Management der Hessischen Europaschulen: Tina Ruf